Hausstaubmilben, Läuse und Flöhe

Wer an Haustiere denkt, hat selten Parasiten vor Augen. Tatsache ist jedoch, dass wir weit mehr dieser Plagegeister in unseren Wohnungen und Häusern haben, als uns lieb ist. Manche sind harmlos aber lästig, andere jedoch sind echte Krankheitserreger.

Milben – Allergieverursacher im Schlaf

Sehr viele Menschen reagieren ohne es zu wissen allergisch auf Hausstaubmilben, oder korrekter ausgedrückt auf die winzigen, eiweißhaltigen Kotballen der Milben. Werden diese Eiweiße beispielsweise durch das Ausschütteln der Bettdecke oder beim Staubsaugen, aufgewirbelt und gelangen in die Atemwege, so können sie eine klassische allergische Reaktion auslösen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Allergenen sind Hausstaubmilben das ganze Jahr hindurch in unserer Umgebung vorhanden. Die Behandlung dieser Allergie ist daher eine Ganzjahrestherapie!

Allergien – was gibt es Neues in der Behandlung

Bett – Brutplatz für Milben

Im Durchschnitt leben in einem Bett etwa 10 000 Milben. Da wir etwa ein Drittel des Tages im Bett verbringen, haben wir reichlich Gelegenheit, mit den Allergenen der Hausstaubmilben in Kontakt zu kommen. Ein tatsächliches Horrorszenarium: bei einem zwei Jahre alten Kopfkissen, das nicht mindestens alle vier Wochen bei 60° C gewaschen wird, entfällt ca. ein Zehntel des Gewichts auf lebende und tote Milben und deren Ausscheidungen! Heißes Waschen ist daher die beste Methode um den Milbenbefall möglichst gering zu halten.

Tipps für Milbenallergiker

  • Matratzen, die älter als acht Jahre sind, austauschen
  • Bettwäsche mindestens bei 60°C waschen
  • Teppichboden aus dem Schlafbereich entfernen
  • Kuscheltiere in der Tiefkühltruhe oder durch Waschzusätze von Milben regelmäßig befreien
  • Raumluftbefeuchter sind nur für die Milbe sinnvoll, aber nicht für den Milben-Allergiker
  • Staubsauger mit speziellen Feinstaubfiltern oder Wasserfiltern verwenden

Flöhe in Teppichen und Matratzen

Kleine, juckende rote Pünktchen vor allem an den Unterschenkeln weisen auf mögliche Flohstiche hin. Nicht immer muss ein Haustier für die Flöhe verantwortlich sein, manchmal schlummern diese Ungeziefer schon lange in der Wohnung. Floh-Weibchen legen ihre Eier nämlich auch auf Matratzen und Teppichen ab. Für das Schlüpfen der Flöhe ist ein Erschütterungsreiz nötig. Falls dieser Reiz für längere Zeit ausbleibt, kann sich das Schlüpfen mehrere Monate lang verzögern. Daher kann auch beim Bezug einer Wohnung, die längere Zeit leer stand, ein Massenschlüpfen von Flöhen ausgelöst werden. Zur Bekämpfung der Flöhe werden Kontaktinsektizide eingesetzt, die alle das Nervensystem der Insekten schädigen.

Läuse nicht nur am Kopf

Während Flöhe wochenlang ohne Nahrung überleben können, benötigen Läuse alle vier bis sechs Stunden eine Blutmahlzeit - ohne Blut sind sie nach spätestens 55 Stunden tot. Man braucht daher keine Angst haben, dass sich Läuse in Teppichböden oder Polstermöbel unbemerkt vermehren - für Kuscheltiere, Kopfpölster oder Hauben sind 55 Stunden Lausleben allerdings viel zu lang. Immer wieder kann man sich daher auf diese Weise einem neuen Lausbefall aussetzen. Tipps wie das Einfrieren von Kuscheltieren für ein paar Tage oder das tägliche Waschen der Bettwäsche und Kopfbedeckungen im Kochwaschgang sind zwar hilfreich aber nicht immer durchführbar. Einfacher ist es daher ein spezielles Lauswaschmittel zum normalen Waschvorgang zu geben oder die geliebten Plüschtiere mit einem natürlichen Lausspray einzusprühen, um die Quälgeister zuverlässig zu entfernen.

Silberfischchen in Bad, Küche und Klo

Aus den Ritzen zwischen Fließen tauchen vor allem in Altbauten nicht selten silberne kleine Insekten auf. Das nachtaktive Silberfischchen kann ein Alter von 2 bis 5 Jahren erreichen. Es ist zwar harmlos, gilt aber als Materialschädling, denn die Tiere ernähren sich auch von Zellulose und können daher an Tapeten Lochfraß verursachen. Zeigen sich Silberfischchen in der Wohnung kann man mit Hilfe von natürlichen Klebefallen das Ausmaß des Befalls ermitteln, denn oft zeigen sich nur ganz wenige dieser ungeliebten Hausbewohner. Entwickeln sich die Silberfischchen zur Plage, eignen sich Kontaktinsektizide, die vor allem in den Schlupfwinkeln der Silberfischchen aufgesprüht werden müssen.