Trockenes Auge – was nun?

Immer mehr Menschen leiden unter dem sogenannten "Trockenen Auge". Besser spricht man von einer "Benetzungsstörung", das heißt, dass entweder zu wenig Tränenflüssigkeit hergestellt wird oder dass die Tränenflüssigkeit eine falsche Zusammensetzung hat. Dann reißt der Tränenfilm an manchen Stellen auf, und die Hornhaut oder die Bindehaut wird an diesen Stellen geschädigt.

Der Tränenfilm versorgt die Hornhaut mit Sauerstoff, Glukose, Salzen und Mineralien. Er sorgt für eine glatte optische Oberfläche, so dass die Lichtstrahlen optimal in das Auge eintreten können und wir klare Sicht haben. Die Tränen befeuchten die Hornhaut und die Augenlider, verhindern eine Austrocknung und sorgen dafür, dass die Augenlider reibungslos über die Hornhaut gleiten können. Der Tränenfilm fängt Fremdkörper und spült sie aus dem Auge. Antibakterielle Enzyme in der Tränenflüssigkeit greifen schädliche Bakterien an, die sich auf der Augenoberfläche befinden.

Auge

Ein gesunder Tränenfilm besteht stark vereinfacht aus unterschiedlichen Schichten:

einer äußeren Fettschicht, die den Tränenfilm vor Verdunstung schützt, einer mittleren, wässrigen Schicht, welche die Hornhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und zusätzlich der Abwehr von Infektionen dient, einer inneren Schleimschicht, die Unebenheiten der Augenoberfläche ausgleicht und deren Befeuchtung ermöglicht.

Ein stark ausgeprägtes, unbehandeltes „Trockenes Auge“ kann im Extremfall zu einer chronischen Bindehaut- und Hornhautentzündung führen, im schlimmsten Fall zu Hornhautgeschwüren und Narbenbildungen mit der Gefahr einer Sehbehinderung. Bei einem erkannten und konsequent behandelten Trockenen Auge ist ein solch schwerer Verlauf jedoch nicht zu befürchten.

Symptome des „Trockenen Auges“

Brennen z.B. beim Autofahren oder vor dem Computer, Sandkorngefühl, rinnende Augen, Zwang zum Blinzeln, Juckreiz, Lichtscheue, die Augen fühlen sich trocken an, die Augen sind häufig gerötet. Alle diese Symptome sollten Sie veranlassen, einen Augenarzt aufzusuchen.

Schon die bloße Vermeidung der möglichen Ursachen bewirken eine deutliche Linderung. Trockene Raumluft (Heizung), Klimaanlagen und Zugluft. Bildschirmarbeit, Autofahren, Lesen, Umwelteinflüsse: Ozon, Wind, Abgase, Rauch. Mit zunehmendem Alter geht die Tränenproduktion im allgemeinen zurück, hormonelle Umstellungen, Genussmittel: Alkohol, Nikotin, bestimmte Medikamente wie z.B. die "Pille", Betablockern oder Psychopharmaka, Schlaf- oder Beruhigungsmitteln. Chronische Erkrankungen, besonders Rheuma und Diabetes, können zum „Trockenen Auge“ führen. Kontaktlinsen können den Tränenfilm beeinflussen.

Nur der Augenarzt kann feststellen, welche Ursachen für Ihre Erkrankung in Frage kommen und wie sie optimal behandelt werden können.

Was können Sie tun?

Künstliche Tränenflüssigkeit kann mehrmals täglich eingetropft werden und baut einen Flüssigkeitsfilm am Auge auf, der die Beschwerden lindert. Sind diese noch geringgradig, verwendet man niedrig-viskose Lösungen, bei stärkerer Ausprägung kommen höher-viskose zum Einsatz, die sogar stündlich eingetropft werden können. Vielanwender sollten auf Konservierungsmittelfreiheit des Tränenersatzes achten.