Mann spricht nicht darüber

Bei Männern in der zweiten Lebenshälfte ist eine vergrößerte Prostata fast schon normal, denn bei mehr als der Hälfte der über 50-Jährigen wird ein entsprechender Befund gestellt. Zwar geht eine gutartige Vergrößerung der Prostata nicht notwendigerweise mit Beschwerden einher, doch wenn die Vorsteherdrüse beginnt, die Harnröhre abzudrücken, geraten viele Männer tatsächlich in Bedrängnis, denn der Urin kann nicht mehr ungehindert fließen: statt zu strömen tröpfelt er, die Blase entleert sich nur verzögert und unvollständig und viele nächtliche Toilettengänge stören den Schlaf.

Kleine Drüse – große Wirkung für den Mann

Die Prostata produziert, ausgelöst durch ein Hormonsignal den größten Teil der Samenflüssigkeit. Zudem sorgt ein kleiner Schließmuskel dafür, dass sie als "Rückschlagventil" arbeitet und dafür sorgt, dass keine Samenflüssigkeit in die falsche Richtung fließen kann.

Prostataprobleme - APOonline.at Von1 auf 20 - drastische Gewichtszunahme in der Pubertät

Ganze 1 bis 2 Gramm wiegt die Prostata bei der Geburt, bis zum 20. Lebensjahr des Mannes entwickelt sie sich dann kräftig, nimmt um rund das 10-fache an Gewicht zu und erreicht schließlich ungefähr 18 bis 20 Gramm und damit etwa die Größe eines Golfballs. Das Wachstum sollte damit eigentlich abgeschlossen sein, allerdings kann es ab dem 40. Lebensjahr zu einer weiteren Zunahme von Größe und Gewicht kommen. Meist geht diese späte Wachstumsphase sehr langsam voran, sodass die allmähliche Vergrößerung erst wahrgenommen wird, wenn sich erste Blasenentleerungsbeschwerden zeigen.

Prostatavergrößerung – verschiedene Stadien

Im ersten Stadium werden Beschwerden, wie abgeschwächter Harnstrahl, langsame Blasenentleerung und Nachträufeln meist noch ignoriert. Dieses erste Stadium wird als Reizstadium bezeichnet, verursacht aber selten wirkliche Probleme. Erst durch eine weitere Größenzunahme kommt es in der Folge zu einer unvollständigen Blasenentleerung. Der Betroffene leidet unter ständigem Restharngefühl und der Notwendigkeit des mehrmaligen Wasserlassens binnen weniger Minuten. Man hat auch nach dem Urinieren ständig ein Harndarnggefühl. Aus diesem Grund spricht man vom Restharnstadium. Erfolgt keine Behandlung der Beschwerden, kann die weiter fortschreitende Funktionsstörung im Blasen-Prostata-Bereich zu schwerwiegenden Komplikationen führen, die bis zur Inkontinenz führen können. Logischerweise sind in diesem Stadium auch der psychische Allgemeinzustand und die Potenz des betroffenen Mannes in Mitleidenschaft gezogen. Während bei den ersten beiden Krankheitsstadien Arzneimitteln und Phytopharmaka in der Regel eine ausgezeichnete Therapiemöglichkeit darstellen, ist im dritten Stadium ein operativer Eingriff meist nicht mehr zu umgehen.

Ab 45 – regelmäßige Prostatauntersuchung

Bei dieser Vorsorgeuntersuchung wir in wenigen Minuten völlig schmerzfrei die Prostata abgetastet. Verdächtige Verhärtungen müssen weiter untersucht werden um Krebserkrankungen ausschließen zu können. Auch ein Bluttest auf das so genannte Prostata-spezifische-Antigen (PSA), einem Tumormarker, der beim Vorliegen eines Tumors der Prostata häufig erhöht ist, kann genaue Auskunft geben. Der PSA-Test gehört jedoch nicht zur routinemäßigen jährlichen Vorsorge sondern wird erst auf Verdacht gemacht. Die Vorsorgeuntersuchung für den Mann ist besonders wichtig, denn Prostatakrebs verursacht in seinem Frühstadium überhaupt keine Beschwerden!