Der Weg durch den Pflasterdschungel- Moderne Wundversorgung im Alltag

Sommer, Sonne, Ferienzeit - Zeit der kurzen Hosen, Zeit der sportlichen Betätigungen im Freien - und Zeit der kleinen Verletzungen. Seien es Schürfwunden durch Stürze vom Rad , Brandwunden beim Grillen oder zu langem Sonnenbad oder Blasen vom Wandern. Auch diese Verletzungen gehören fachgerecht versorgt, damit eine optimale Wundheilung möglich ist. Seit einiger Zeit gibt es spezielle Pflaster, die für jedes Wehwehchen die perfekte Heilung versprechen.

Die neuen Verbände und Pflaster schaffen ein für die Wundheilung perfektes warmes und feuchtes Klima, und sie verkleben nicht mit der Wunde. Das Pflaster soll unbedingt 3 bis 5 Tage auf der Wunde belassen werden, weil jeder Wechsel das Heilungsmilieu stört.

Pflaster-Dschungel - APOonline.at

Nachdem man das Blut vorsichtig mit einer Kompresse abgetupft hat, gehören Wunden immer gereinigt, entweder mit physiologischer Kochsalzlösung oder mit Ringerlösung (eine spezielle Salzlösung) im praktischen Einmaldosisbehältnis, wie zum Beispiel Tenderwet.

Bei Infektionsgefahr muss zusätzlich auch desinfiziert werden. Das Risiko einer Infektion ist immer gegeben, wenn die Wunde Kontakt mit Erde hat. Zur Desinfektion eignen sich Betaisodonalösung ( eine braune Jodösung) oder ein farbloser Desinfektionsspray (z.B. Octenisept). Eine einmalige Anwendung reicht aus. Eine mehrmalige Desinfektion (z.B. bei Verbandwechsel) würde die Wundheilung verzögern. Ist die Wunde gereinigt, wird der für die Wunde ideale Verband angelegt.

DIE SPEZIALPFLASTER:

Für Schürfwunden gibt es spezielle Schürfwundenpflaster.

Bei leichten Brandwunden (Rötung der Haut) reicht das Auftragen eines kühlenden Gels und Umschläge. Für Brandwunden mit leichter Blasenbildung gibt es die entsprechenden Brandwundenpflaster. Jedoch zuvor die verbrannte Haut als Erste Hilfe- Maßnahme ausgiebig mit kaltem Wasser kühlen (10 Minuten). Brandwunden, die großflächig Blasen bilden (tiefe Verbrennungen 2. Grades) gehören wegen erhöhter Infektionsgefahr in ärztliche Behandlung.

Für Blasen gibt es spezielle Blasenpflaster. Zur Vorbeugung kann man auf die gefährdete Stelle einen Folienverband kleben (z.B. Hydrofilm).

Bei kleineren Schnittwunden können mit speziellen Pflastern (z.B.Steristrip) die Wundränder zusammengehalten werden, das heißt die Wunde klafft nicht mehr auseinander und kann besser abheilen. Über diese Pflaster kommt dann noch ein Schutzverband, z.B. ein wasserabweisendes Pflaster, mit dem man auch duschen kann und das einige Tage auf der Wunde verbleibt. Größere Schnittwunden gehören aber in ärztliche Behandlung, genauso wie Platzwunden und Stichwunden.

Zuletzt ist noch zu erwähnen , dass Puder auf keinen Fall auf Wunden gehören, und auch Salben sind umstritten.

Mit einer Einmaldosis Tenderwet zur Wundreinigung, einem Desinfektionsmittel und einem modernen Schnellverband (z.B. Dermaplast combifix) in der Tasche ist sind Sie für Ausflüge bestens gerüstet.