Kleine Wunden - Rasches Handeln notwendig

Eine Unachtsamkeit bei der Gartenarbeit oder ein unglücklicher Sturz - kleine Verletzungen sind schnell passiert. Die richtige Erstversorgung ist dabei besonders wichtig für die Heilung. Reinigen und Desinfizieren ist dabei das Um und Auf. Gelangen nämlich Keime in die Wunde entsteht nicht nur eine Infektion, sondern die Heilung verzögert sich nachhaltig.

Wunddesinfektion – wichtiger Schritt für die Medizin

Vom Auge unsichtbar, blieben die für Menschen gefährlichen Mikroorganismen lange Zeit auch von Ärzten unentdeckt. Erst Ende des 18.Jahrhunderts, inspiriert durch die Arbeiten von Louis Pasteur, kam die spezielle Wunddesinfektion auf. Verwendet wurde dafür ursprünglich Phenol, das allerdings auf der Haut Verätzungen verursacht und als Zellgift wirkt. Trotzdem waren Phenolverbände damals die ersten aseptischen Wundauflagen. Zur selben Zeit verwendete auch Ignaz Semmelweis Phenol - allerdings zur Sterilisierung seiner chirurgischen Instrumente. Semmelweis begründete damit unter anderem auch die ersten Hygieneregeln für Ärzte.

Anforderungen an ein Antiseptikum

Phenol wurde bald wieder abgesetzt und vorerst durch Alkohol ersetzt. Heute sind die Anforderungen an ein Antiseptikum natürlich wesentlich höher. Grundsätzlich sollen Antiseptika ihre Wirkung nicht nur durch direkten Angriff am Krankheitserreger entfalten, sondern auch die mikrobielle Besiedelung blockieren und bakterielle Schadstoffe und Gewebe zerstörende Enzyme hemmen. Dabei dürfen sie natürlich nicht negativ in den normalen Wundheilungsprozess eingreifen. Octenidin, Chlorhexidin und PVP-Jod sind die gängigsten heutigen Wunddesinfektionsmittel.

Hohe Infektionsgefahr bei Schürfwunden

Schürfwunden sind Verletzungen der obersten Hautschicht. Diese Wunden bluten selten stark, dafür ist die Gefahr einer Wundinfektion aber sehr hoch. Fließt nämlich Blut, werden damit auch gleichzeitig Fremdkörper und Schadstoffe ausgespült. Jede Blutung hat daher auch eine reinigende Wirkung. Schürfwunden bluten kaum, daher müssen sie besonders gut desinfiziert werden. Ein steriler Verband ist, weil die Wunde ja nicht tief ist, hingegen nur in den ersten Tagen notwendig. Hat sich einmal Wundschorf gebildet, so ist es am besten die Wunde unbedeckt abheilen zu lassen.

Welches Pflaster für welche Wunde

Dass es für empfindliche und stark behaarte Hautstellen spezielle Pflaster, die die Haut nicht reizen und sich leicht entfernen lassen, ist mittlerweile jedem bekannt. Nur in der Apotheke gibt es aber auch Pflaster, die bereits Desinfektionsmittel enthalten und daher besonders praktisch für unterwegs sind. Die besonders beliebten Sprühpflaster sind zwar zur Erstversorgung von Bagatellverletzungen gut geeignet, dürfen jedoch keinesfalls auf schmutzige Wunden gesprüht werden, da sonst auch Bakterien optimale Bedingungen vorfinden, um sich zu vermehren und Infektionen verursachen. Leider relativ unbekannt sind Klammerpflaster, die bei klaffenden Wunden dafür sorgen, dass die Wundränder zusammengezogen werden. Bei kleinen Wunden kann man sich dadurch unter Umständen sogar das Nähen ersparen. Diese Klammerpflaster sollte man daher am besten immer bei sich tragen, denn klaffenden Wunden müssen sonst innerhalb weniger Stunden genäht werden, damit die Narbe möglichst schön wird.