Überempfindlichkeitsreaktion oder Allergie?

Eine Insektenallergie zeigt sich nie nach dem ersten Stich im Leben, sondern erst bei wiederholten Stichen. Der Körper benötigt also mehrfachen Kontakt mit dem Gift, um die abnorme Empfindlichkeit zu entwickeln. Durch einen Stich wird der Körper zunächst sensibilisiert: körpereigene Abwehrzellen produzieren spezifische Antikörper gegen bestimmte Allergene im Insektengift. Diese Antikörper lagern sich an Mastzellen an. Bei erneutem Stich führt der Kontakt der im Gift enthaltenen Allergene mit den IgE-Antikörpern zur Freisetzung des in den Mastzellen enthaltenen Histamin, wodurch allergische Reaktionen wie Juckreiz, Atemnot und Übelkeit bis hin zum Kreislaufschock ausgelöst werden können. Zusätzlich ist im Gift der Bienen und Wespen selbst bereits Histamin, das allergische Reaktionen auslösen kann.

Allergische Reaktion oder Überempfindlichkeit

Nicht jede Reaktion auf einen Insektenstich muss eine Allergie sein. Echte allergische Symptome treten zwischen 30 Sekunden und wenigen Minuten nach dem Einstich auf. Reaktionen, die erst Tage nach dem Stich auftreten sind in den seltensten Fällen allergischer Natur und sollten daher vom Hautarzt behandelt werden!

Allergien – was gibt es Neues in der Behandlung

Unterschiedliche allergische Reaktionen

Unmittelbar nach dem Insektenstich rötet sich die Einstichstelle, die Haut schmerzt, juckt und entwickelt eine ausgedehnte Schwellung. Der Durchmesser des angeschwollenen Bereichs kann mehr als 10 Zentimeter betragen! Die Ausbreitung der Hautrötung oder des Juckreizes kann auch über den ganzen Körper verbreitet sein und in besonders schweren Fällen kann sogar ein Kreislaufschock ausgelöst werden.

Notfallsbehandlung

Wichtigster Punkt ist immer die Entfernung des Stachels, denn auch ein totes Insekt kann über den Stachel noch Toxine abgeben. Womit der Stachel entfernt wird ist einerlei, am leichtesten geht es mit einer ganz normalen Pinzette. Medikamentös kann durch ein rasch wirksames Antihistaminikum die Freisetzung von Histamin und dadurch die überschießende Immunreaktion verhindert werden. Wer weiß, dass er unter einer Insektenallergie leidet, sollte auch immer einen Notfallkit bei sich tragen. Er enthält eine Adrenalin-Spritze, die zur Verengung der Blutgefäße in der Umgebung des Insektenstiches führt, so dass ein weiteres Eindringen des Insektengiftes in die Blutbahn unterbunden oder zumindest stark eingeschränkt wird, und zusätzlich auch den abfallende Blutdruck wieder stabilisiert.

Gelsen – eine besondere Plage

Die gemeine Stechmücke wird bereits als biblische Plage bei Aaron und Moses (Exodus 8.13) erwähnt. Im Gegensatz zu Bienen- oder Wespenstichen gelten Gelsenstiche aber als harmlose Insektenstiche. Im Normalfall schwillt die Einstichstelle nach einem Mückenstich leicht an und juckt. Diese Reaktion entsteht allerdings hauptsächlich durch den Speichel der Gelsen, der in die Blutbahn eindringt, denn Gelsen sind im Gegensatz zu Bienen und Wespen Blutsauger. Interessant ist, dass Gelsen nicht, wie oft angenommen, dem Licht sondern dem Geruch folgen. Sie fliegen aber nicht auf Menschen mit süßen, sondern mit fettem Blut. Wer einen erhöhten Cholesterinspiegel hat, ist also besonders anfällig für Gelsenstiche.