Ayurvedisches GHEE AUGENBAD

Ein Regenbogen-Produkt erweckt die Aufmerksamkeit der Augenärzte

Auf Anregung und mit Hilfe von Spezialisten der Medizinischen Universität Graz (Augenklinik und Inst. f. Physiolog. Chemie) und des KH der Barmh. Brüder St. Veit a.d. Glan wurde im Frühjahr 2008 ein Ayurvedisches GHEE-Augenbad zur Therapie des trockenen Auges entwickelt.

Auge

Problemstellung:

Die Ätiologie des trockenen Auges stellt ein multifaktorielles Geschehen dar. Nach heutigen Erkenntnissen kann das Sicca-Syndrom sowohl durch Erkrankungen der Augenoberfläche, als auch durch Störungen des Tränenfilms hervorgerufen werden. Trockene Augen, die einen Zusammenhang mit Veränderungen des Tränenfilms aufweisen, können nach der vorwiegend betroffenen Phase der Tränen eingeteilt werden. So kann die Lipid-Schicht, die wässrige Phase oder die Muzin-Schicht betroffen sein. Derzeit existiert eine Vielzahl an Therapiemethoden für das trockene Auge, die nicht immer zum gewünschten Erfolg führen. Darunter gibt es auch einige alternativmedizinische Therapieansätze. Es wurde nun versucht, bei einer ausgewählten Patientengruppe mit Meibom-Drüsen-Dysfunktion das seit Jahrhunderten bei verschiedenen medizinischen Fragestellungen eingesetzte Ghee (ein von Butter abstammendes Fett) zur Therapie des trockenen Auges einzusetzen.

Methode:

Nach dem Einholen des positiven Votums der Ethikkommission wurden aus dem Patientengut der Sicca-Ambulanz der Universitäts-Augenklinik Graz PatientInnen mit Meibom-Drüsen-Dysfunktion ausgewählt. Nach Aufklärung und Einholen der Einverständniserklärungen wurde Ghee schonend auf 33°C erwärmt. Nacheinander wurden beide Augen für jeweils 10 Minuten in eine Augenbadewanne mit flüssigem Ghee getaucht. Als Kriterium für den Therapieerfolg wurde die subjektive Befindlichkeit vor und nach der Ghee-Therapie mittels standartisierter Tests (OSDI, SANDE) erfragt und statistisch ausgewertet.

Ergebnisse:

Die statistische Auswertung der durchgeführten Tests ergab eine signifikante Verbesserung der subjektiven Befindlichkeit der PatientInnen. Zusätzlich gaben die meisten PatientInnen bei der abschließenden Befragung an, dass durch die Ghee-Behandlung eine beträchtliche Reduktion der Eintropf-Frequenz von Tränen-Ersatzmitteln zu beobachten war.

Schlussfolgerungen:

Erstmals wurde die altbekannte Ghee-Therapie, die ihren Ursprung in der von Indien ausgehenden Ayurveda-Medizin hat, in einer kontrollierten medizinischen Studie zur Behandlung des trockenen Auges untersucht. Die positive Wirkung konnte bestätigt werden. Die ausgesprochene Zufriedenheit der StudienteilnehmerInnen zeigt sich darin, dass unter den PatientInnen, auch nach Abschluss der klinischen Studie, der Wunsch nach einer Fortsetzung der Therapie geäußert wurde. Es stellt sich die Frage, ob der Erfolg auch bei der Therapie anderer Formen des Sicca-Syndroms in dieser Weise beobachtet werden kann.