Der Gebrauch aromatisch duftender Pflanzenstoffe zu Heilzwecken ist uralt. Räucherungen mit getrockneten Pflanzen, Gräsern, Harzen, Früchten und Rinden wurden in fast allen Kulturen des Altertums zur Reinigung, als Opfer für die Götter und auch zur Behandlung von Krankheiten durchgeführt. Zur Zeit der Antike erlebte der Gebrauch aromatischer Stoffe bei Arabern, Griechen und Römern einen enormen Aufschwung. Neben beinahe verschwendungssüchtiger Anwendung in Form von Parfüms, duftenden Körperölen und diversen Kosmetika wurden ätherische Öle bereits sehr gezielt in der Medizin eingesetzt. Ätherische Öle werden durch Destillation, Auspressen und Einschneiden von Pflanzenteilen gewonnen. Die Öle wirken unmittelbar auf das limbische System im Stammhirn und damit auf der seelisch-emotionalen Ebene. Sie wirken antiseptisch, antiviral, antiparasitär und fungizid. Um höchste Anforderungen in Bezug auf Reinheit und Qualität zu garantieren, sollte man ausschließlich ätherische Öle in Lebensmittelqualität benützen. Das heißt, dass diese ätherischen Öle nicht nur zum Verdampfen in der Duftlampe geeignet sind, sondern auch zur Einnahme.

Aromatherapie

Die Qualität der Öle

Die Qualität der angebotenen ätherischen Öle schwankt stark und ist vom Konsumenten nur schwer zu erkennen. Da die weltweite Nachfrage ständig steigt, kann sie mit natürlichen Produkten längst nicht mehr gedeckt werden - schon gar nicht kostengünstig. Schätzungen gehen davon aus, dass bereits 80 Prozent aller verkauften Aromaöle synthetischen Ursprungs sind. Öle, die im Labor hergestellt werden, bezeichnet man als Duftöle. Während ätherische Öle, die aus Pflanzen gewonnen werden, bis zu 300 verschiedene Inhaltsstoffe enthalten, die alle unterschiedliche Wirkungen haben und zusammenspielen, werden bei Duftölen nur einige wenige - vor allem jene, die für den Geruch verantwortlich sind - künstlich hergestellt und zusammengemischt. Auch sie haben eine Wirkung, die mit der des gleichnamigen ätherischen Öls aber nicht übereinstimmen muss. Zu unterscheiden sind die Öle durch die Aufschrift auf den Fläschchen (100 % ätherisches Öl bzw. Duftöl) und durch ihren Preis. Qualitativ hochwertige ätherische Öle sind teurer als minderwertige Öle oder synthetisch hergestellte Duftöle.

Behandlungsmethoden

Verdampfen in der Aromalampe

Das Verdampfen in der Aromalampe ist die beliebteste Form ätherische Öle zu verwenden. Dabei gibt man einige Tropfen in die mit Wasser befüllte Schale der Aromalampe und zündet die darunter stehende Kerze an. Der Duft verdampft und verbreitet sich im Raum. So kann man ätherische Öle wie zum Beispiel Thymian oder Eukalyptus gezielt bei Erkältungskrankheiten, Schnupfen und Husten anwenden. Gleichzeitig reinigt das verdampfte Öl die Atmosphäre des Raumes und tötet (je nach benutztem Öl) die schädlichen Bakterien.

Einreibungen und Massagen

Die wohl angenehmste Form von Aromatherapie sind Ganzkörpereinreibungen und Massagen mit ätherischen Ölen. Die wohltuende Kombination von Duft und körperlicher Berührung entspannt uns und hilft die heilende Wirkung der Essenz anzunehmen. Als Basisöl ist jedes fette, unraffinierte, kaltgepresste Öl geeignet. Wir empfehlen besonders das Sesamöl.

Tipp bei Erkältung: 1 Tropfen Thymian gestreckt mit ein wenig Basisöl als Einreibung auf Fußsohlen wirkt wahre Wunder. Anwendung auch bei Kindern möglich.

Aromabäder

Für Bäder werden wenige Tropfen Öl mit Milch, Schlagobers/Sahne, Honig oder etwas Pflanzenöl gebunden und der bereits vollen Wanne beigemischt. Andernfalls würde das Öl zu schnell verdampfen und sich nicht so gut mit dem Wasser vermischen. Rezepte zum Selbermachen von einem Vollbad bei Erkältung: 5 Tropfen Eukalyptus, 3 Tropfen Zirbelkiefer, 2 Tropfen Zimt oder 2 Tropfen Pfefferminze, 2 Tropfen Eukalyptus, 2 Tropfen Rosmarin, 2 Tropfen Lavendel.

Inhalationen

Inhalationen sind ein altes Heilmittel bei Erkältungskrankheiten, Bronchitis, Husten und Nebenhöhlenentzündung. Dabei werden 3-5 Tropfen ätherischen Öls (bei Thymian nur 1!! Tropfen) in eine große Schüssel mit heißem Wasser getropft. Man beugt sich dann über die Schüssel und deckt sich mit einem großen Handtuch zu, damit der Dampf nicht entweichen kann. Asthmatiker und Kinder sollten auf diese Art der Anwendung verzichten.