Risiko einschätzen, Blutzucker messen

Diabetes mellitus – die so genannte „Zuckerkrankheit“ – ist eine Stoffwechselstörung, bei der die Bauchspeicheldrüse gar kein oder zu wenig Insulin produziert. Insulin ist ein Hormon, das gebraucht wird, um aus Glukose Energie für den Körper zu gewinnen. Funktioniert das Wechselspiel zwischen Insulin und Glucose nicht, bleibt Glukose im Blut und erzeugt ständig erhöhte Blutzuckerwerte. Die Sicherstellung einer ausreichenden Insulinversorgung ist daher sehr wichtig. Ist nur zuwenig Insulin vorhanden, kann mit Medikamenten die Wirkung von Insulin unterstützt werden, produziert die Bauchspeicheldrüse hingegen dieses Hormon gar nicht mehr, muss Insulin gespritzt werden.

Normale Blutzuckerwerte

Ziel einer erfolgreichen Behandlung ist es stets, Blutzuckerwerte zu erreichen, die den normalen Werten weitestgehend entsprechen. Normale Blutzuckerwerte liegen vor den Mahlzeiten bei 60–120mg/dl (5–6mmol/l) und 2 Stunden nach den Mahlzeiten nicht über 160mg/dl (8,8mmol/l).

Diabetes-Typ-2 - APOonline.at

Blutzuckermessen – regelmäßige Kontrolle

Das tägliche Messen des Blutzuckers gehört beim Diabetiker zum Alltagsleben, aber auch Gesunde sollten in regelmäßigen Abständen ihre Blutzuckerwerte kontrollieren lassen, damit man einen eventuellen Diabetes möglichst früh erkennen kann. Nur so können schwerwiegende Folgeschäden vermieden werden. Die regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte ist also nicht nur für Insulinabhängige Diabetiker notwendig!

Das richtige Messen

Vor dem Messen sollten die Hände mit warmen Wasser gewaschen werden, damit nicht nur Schmutz und Schweißreste, die eine Verfälschung des Ergebnisses bewirken können, beseitigt werden, sondern auch die Durchblutung der Finger verbessert wird. Eine Hautdesinfektion vor dem Messen ist hingegen nicht notwendig, wenn jedes Mal eine neue sterile Stechlanzette verwendet wird. Das Desinfektionsmittel kann unter Umständen sogar das Messresultat beeinträchtigen.

Quetschen Vermeiden

Zur Blutabnahme sind am besten Mittel-, Ring- und der kleine Finger geeignet, da die Hornhaut an Daumen und Zeigefinger oftmals dicker ist. Übrigens, an den Außenseiten der Finger ist die Schmerzempfindlichkeit niedriger! Fließt zuwenig Blut, wird der Finger oft regelrecht ausgequetscht. Dadurch besteht allerdings die Gefahr, dass Gewebewasser austritt und das Ergebnis verfälscht wird. Besser ist es, für den Fall, dass der austretende Blutstropfen zu klein ist, den Arm auszuschütteln.

Richtige Dokumentation

Nicht nur das regelmäßige Messen sondern natürlich auch die richtige Dokumentation ist für den Diabetiker wichtig. Diabetikertagebücher helfen die unterschiedlichen Werte besser zu überblicken. Mittlerweile kann aber auch schon fast jedes Blutzuckermessgerät eine große Zahl von Werten speichern.

Computer gesteuerte Auswertungen

Noch viel einfacher geht die Auswertung der einzelnen Blutzuckerwerte mit verschiednen IT-Lösungen der unterschiedlichen Anbieter. Auch für Computer-ungeübte gibt es mittlerweile ein kleines Gerät, das ohne mühsame Softwareinstallation die Daten aus dem Zuckermessgerät in den Computer überträgt und sofort anschaulich in Tabellen und Grafiken darstellt. Auf einen Blick sind so Zuckerschwankungen deutlich erkennbar und das lästige Eintragen der Werte in ein Diabetikertagebuch entfällt!