Vermeidung durch richtige Körperhaltung und Bewegung

Rücken- und Kreuzschmerzen plagen die Menschen seit Jahrhunderten und sind heute bereits die häufigsten Begründungen für Krankschreibungen. Rund 60% aller Patienten einer orthopädischen Praxis kommen wegen Wirbelsäulenbeschwerden. Besonders bedenklich ist die Tatsache, dass jeder dritte Patient, der wegen Rückenbeschwerden einen Arzt aufsucht, zwischen 30 und 55 Jahren alt ist!

Bandscheiben – Stossdämpfer der Wirbel

Die Bandscheiben sind die zentralen Elemente unserer Wirbelsäule. Sie liegen zwischen je zwei Wirbelkörpern und wirken als Stoßdämpfer für Erschütterungen, ähnlich einem Wasserkissen. Ohne Bandscheiben könnten sich die Wirbelkörper nicht gegeneinander bewegen und wir wären völlig steif!

Lendenwirbelsäule – größte Gefahrenzone

Die häufigsten Wirbelsäulenveränderungen betreffen die untere Lendenwirbelsäule, weil dort die höchste Gewichtsbelastung auf die Bandscheibe wirkt. Das erklärt auch, warum die Belastung der Bandscheibe im Sitzen ungleich höher als im Stehen ist. Sitzende Tätigkeiten überfordern die meist ohnehin untrainierte Muskulatur. Ein Training und Aufbau der Rückenmuskulatur kann oft einer Wirbelsäulenerkrankung gut vorbeugen.

Bandscheibenvorfall - APOonline.at

Bandscheibenvorfall

Die Bandscheibe besteht aus einem bindegewebeartigen Faserring, der eine galertige Flüssigkeit, die eben den notwendigen elastischen Puffer darstellt, enthält. Bereits ab dem 20. Lebensjahr verliert dieser Galertkern Flüssigkeit und damit Elastizität. Auf Röntgenbildern erkennt man das an einer Verminderung der Abstände zwischen den einzelnen Wirbeln. Dies ist ein normaler Alterungsprozess und wird zunächst durch die Muskulatur ausgeglichen. Ist die Muskulatur erschöpft, kommt es zu dumpfen, nicht lokalisierbaren Ermüdungsschmerzen, die gewöhnlich in Ruhe abklingen. Reißt jedoch die Ummantelung des Galertkerns, der Faserring, so verschiebt sich der "Stoßdämpfer", und drückt auf die Nervenfasern im Inneren der Wirbelsäule. Dadurch kommt es neben unerträglichen örtlichen Schmerzen auch zum Auftreten von ein- oder beidseitigen Beinschmerzen. Im schlimmsten Fall wird die Leitungsfunktion der Nervenwurzeln unterbrochen, vergleichbar einem abgeknickten Wasserschlauch, aus dem kein Wasser mehr fließen kann. Das kann dann sogar zu Blasen- und Darmstörungen führen.

Bewegungstraining besser als Operation

Früher wurden Bandscheibenvorfälle in der Regel chirurgisch beseitigt, heute liegt der Trend eher bei der Vermeidung einer Operation. Durch physikalische Therapie und Krankengymnastik werden die Durchblutung verbessert, Verspannungen beseitigt und v.a. die Muskulatur gekräftigt. Bei starken Schmerzen werden begleitend entzündungshemmende Schmerzmittel entweder oral verabreicht oder in Kombination mit einem Lokalanästhetikum vom Orthopäden direkt an den Ort des Schmerzes gespritzt. Das Wichtigste ist jedoch ein Umdenken zu Gunsten richtiger Bewegungen. Sitzen, Stehen und Bücken muss neu und rückenschonend gelernt werden!