Aromatherapie - Düfte für Geist und Körper

Düfte beeinflussen nicht nur unsere Gefühle und unser geistiges Wohlbefinden. Duftstoffe können auch – richtig eingesetzt- körperlich entspannen, die Konzentration fördern, anregen und erste Krankheitszeichen bekämpfen helfen.

Die Geschichte der Duftkultur beginnt lange vor unserer Geschichtsschreibung und reicht mehr als 5000 Jahre zurück. Gerüche spielten im Leben der Ägypter eine wichtige Rolle. Sie nutzten die ihre Kraft ätherischer Öle für kosmetische, therapeutische und rituelle Zwecke. Unter Rames III. entstand das Leitmotiv ägyptischer Duftkultur: Kein Tag ist glücklich ohne Wohlgeruch. Kleopatra VII., Pharaonin, Tochter der Isis, Königin von Ober- und Unterägypten, Göttin der Sonne, lieferte neben dem Korn auch duftende Essenzen ins Abendland. Ihre Liebeskünste waren schon zu Lebzeiten legendär: „…die Winde waren liebeskrank…Vom Boot aus trifft ein merkwürdig unsichtbares Parfüm die Sinne der benachbarten Kaie.“ Die Segel mit aromatischen Wässern und Essenzen versetzt, verführte Kleopatra Mark Antonius regelrecht mit ihrer Duftkunst, als sie ihm entgegensegelte.

Aromatherapie

Der Name Aromatherapie wurde erst Anfang dieses Jahrhunderts durch den französischen Chemiker Rene Maurice Gattfosse begründet, der die ersten wissenschaftlichen Artikel über die Wirkung der Ätherischen Öle veröffentlichte. Die Aromatherapie stellt eine sanfte, alternative Heilmethode dar. Sie verwendet reine Ätherische Öle natürlichen Ursprungs. Diese ätherischen Öle werden von Pflanzen produziert, um sich vor Feinden und Krankheiten zu schützen oder um für sie nützliche Tiere anzulocken.

Was sind Ätherische Öle?

Ätherische Öle sind das Essentielle einer Pflanze - ihre Lebenskraft, ihre Energie, ihre Seele. Wichtig sind die Qualität der Ätherischen Öle und ihre Frische. Sie dürfen nicht durch andere Stoffe verfälscht werden und müssen ein Mindestmaß von Inhaltstoffen aufweisen. Übrigens: Finger weg von so genannten „ naturidenten “ Ölen, sie haben mit der Natur meist nichts zu tun! Auch können Düfte wie Apfelblüte, grüner Apfel, Flieder, Lotus, Maiglöckchen, Pfirsich, Veilchenblüten wegen ihrer Luftempfindlichkeit nur synthetisch hergestellt werden.

Warum wirken Ätherische Öle?

Ätherische Öle beeinflussen das Riechhirn, das ist jener Teil des Gehirns, wo Gerüche bewusst gemacht werden. Dieses Riechhirn liegt direkt neben dem Gehirnzentrum (Limbischen System), in dem Gefühle „entstehen“. Zwischen Riechhirn und Limbischem System gibt es viele Querverbindungen. Daher beeinflussen Gerüche sehr stark die menschlichen Gefühle und damit zwischenmenschliche Beziehungen. Nicht umsonst heißt es z.B.:“ Ich kann dich nicht riechen“.

Ätherische Öle haben aber auch medizinisch nachgewiesene Wirkung. Sie wirken:

  • keimabtötend, z.B. Teebaum, Rosenholz
  • entzündungshemmend wie Cajeput, Eukalyptus, Lavendel, Weihrauch und Myrrhe
  • krampflösend wie Pfefferminz, Basilikum und Ingwer
  • schmerzstillend wie Nelken, Pfefferminz und Rosenholz
  • beruhigend wie Lavendel, Melisse, Ylang -Ylang, Kamille und Majoran
  • durchblutungsfördernd wie Wacholder und Rosmarin

Deshalb finden Ätherische Öle in vielen Arzneimitteln der Schulmedizin Verwendung, wie in Erkältungssalben, Rheuma –Einreibungen, Wind-Salben, Hustenmitteln und in den verschiedensten Teezubereitungen.

Verursachen Ätherische Öle auch Nebenwirkungen?

Ätherische Öle sind zwar Naturprodukte, aber auch sie können Nebenwirkungen hervorrufen. Am häufigsten werden Allergien ausgelöst. Daher sollten Ätherische Öle besonders bei Kindern sparsam dosiert werden. Pfefferminze, Ysop, Salbei, Basilikum sind für Kinder unter 6 Jahren nicht geeignet. Schwangerschaft: Zimt, Ysop, Thymian, Oregano sollen während der Schwangerschaft nicht verwendet werden. Während Jasmin in den 1.-3. Schwangerschaftsmonat auf Grund seiner Schwere nicht verträglich ist, wirkt Jasmin während der Geburt sehr entspannend. Aus diesen wenigen Beispielen ist ersichtlich: Die Anwendung Ätherischer Öle erfordert sehr viel Verantwortungsbewusstsein und sehr viel Wissen über die Wirkung der Ätherischen Öle.

Aromatherapie Tipps:

  • Für den Schulbeginn: Nach den Sommerferien fällt es so manchem Kind schwer, sich auf die schulischen Anforderungen zu konzentrieren. Ein Raumspray aus ätherischen Ölen, wie Zitronenöl bringt sofortige Frische ins Gehirn. Nebenbei ist ätherisches Zitronenöl luftreinigend- das heißt, es nimmt bis zu 70% der Keime aus der Luft.
  • Erkältungsduft: Mischung aus Latschkiefer, Eukalyptus, Zitrone, u.a.
  • Gürgelmischung: Eukalyptus, Thymian, Teebaum, u.a.
  • Konzentrationstropfen: Basilikum, Zitrone, Rosmarin, Ingwer, u.a.
  • Immunsteigenernde Einreibung: Cajeput, Angelikawurzel, Lavendel, u.a.