Wer nicht ständig zum Antiallergikum greifen will, muss seinen Körper gegen die entsprechenden Allergene hyposensibilisieren. Diese langwierige, komplizierte Behandlung wird nun immer einfacher und damit erfolgreicher.

Mit dem ersten Frühlingswetter beginnt auch wieder die Allergiesaison. Gerade Pollenallergien sind weit verbreitet. Bis zu 35 Prozent der westlichen Bevölkerung leiden unter dem allergischen Schnupfen, der durch Gräserpollen ausgelöst wird. Niesanfällen, Juckreiz, starker Schnupfen und Müdigkeit sind die nur allzu gut bekannten Symptome, die die Lebensqualität von Allergikern deutlich beeinträchtigen.

Allergien – was gibt es Neues in der Behandlung

Hoher Lebensstandard begünstigt Allergien

Nach Schätzungen von Experten leidet bei uns bereits etwa jeder Dritte an einer Allergie. Die allergischen Krankheiten nehmen weltweit gerade überall dort zu, wo der Lebensstandard ein sehr hohes Niveau erreicht. Scheinbar dürfte sich die Vermutung, dass die oft übertriebenen Hygienemaßnahmen im Säuglings- und Kleinkinderalter tatsächlich im späteren Leben zu grundlos überschießenden Immunreaktionen führen, bewahrheitet haben. Um das Immunsystem richtig zu trainieren, muss der Körper offenbar in einem vertretbaren Umfang mit Keimen bekannt gemacht werden.

Langwierige Immunisierung

Nicht nur gegen die allergischen Symptome sondern tatsächlich gegen die Ursache der Allergie wirkt die so genannte Hyposensibilisierung, bei der der Körper an den Kontakt mit dem als Allergen empfundenen Stoff langsam gewöhnt wird. Diese klassische Hyposensibiliserung besteht dabei oft aus über fünfzig Impfungen in einem Zeitraum von drei Jahren. In den ersten Wochen spritzt der Arzt das Medikament dabei einmal wöchentlich mit steigenden Dosen bis zum Erreichen der ersten Maximaldosis. Im Anschluss wird die Maximaldosis in vier- bis sechswöchigen Abständen über eine Behandlungszeit von mindestens drei Jahren weiter gespritzt. Viele Menschen haben aber weder Zeit noch Geduld um dieser langwierige Behandlung durchzuhalten.

Quick Therapie innerhalb weniger Wochen

Bei der neuen „Quick-Therapie” bekommt der Patient schon am ersten Behandlungstag mit zwei Injektionen im Abstand von 30 Minuten die erste Maximaldosis. Damit ist die Aufdosierung abgeschlossen. Es folgen fünf weitere Spritzen in wöchentlichem Abstand. Das heißt, dass in nur fünf Wochen die erste Therapiephase beendet ist. Der klinische Nutzen zeigt sich im schnellen Wirkeintritt, der bereits acht Wochen nach Therapiebeginn gezeigt werden konnte. Das Immunsystem gewöhnt sich sozusagen im Schnellverfahren an die Allergieauslöser.

Lymphknotenimpfung – neue Methode

Schweizer Forscher spritzen in einer neuen Therapieoption die allergieauslösenden Substanzen direkt in die Lymphknoten der Patienten und konnten so innerhalb von zwei Monaten mit nur acht Injektionen die gleichen Erfolge wie eine konventionelle Behandlung erzielen. Lymphknoten sind Zentren, in denen die körpereigene Abwehrreaktion auf Hochtouren startet. Bringt man die Allergene daher direkt in die Lymphknoten, bekommt man wesentlich schneller eine entsprechende Immunantwort. Die Impfung selbst wird von den Patienten als wenig schmerzhaft beschrieben. Noch ist das Verfahren allerdings in der Testphase.

Neuer Impfstoff 2009?

2009 könnte auch ein neuer, viel versprechender Impfstoff zur Behandlung von Heuschnupfen auf dem Markt kommen. Wissenschaftler von Allergy Therapeutics,  entwickeln  einen Impfstoff, mit dem Beschwerden von Heuschnupfen erheblich schneller gelindert werden können. Der Wirkstoff wurde in der weltweit umfangreichsten Studie mit 1.028 Patienten in den USA, Kanada und Europa getestet. Die Allergie-Impfung greift die zugrunde liegende Ursache des Problems an und bietet den Patienten in der Regel einen lang anhaltenden Nutzen. Ein Antrag auf Zulassung am Markt erfolgt im ersten Quartal 2009.

Gräser-Tablette: Positives Resümee nach 3 Jahren

Seit einiger Zeit kann die Immuntherapie aber auch mit Tabletten (Gräser-Tablette) praktisch ohne zusätzliche notwendige Arztbesuche durchgeführt werden. Die Tablette enthält standardisierte Allergene die, einmal unter  die Zunge gelegt, die Wirksubstanz frei setzen.  Nach 3 Jahren Erfahrung mit der Gräser-Impf-Tablette kann man erkennen, dass sie anhaltend über drei Jahre wirkt und wahrscheinlich auch noch über diesen Zeitraum hinaus wirksam ist. Wegen des guten Nutzen-Risiko-Profils ist die Tabletten-Immuntherapie insbesondere für Kinder und Jugendliche von Interesse. Die Einführung von speziellen Tabletten für Kinder steht bereits kurz bevor.

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